App Development am Beispiel “Coffee Manager”

Der Coffee Manager ist in vielen Büros täglich im Einsatz und hat dort lästige Strichlisten und Teamkassen abgelöst. Erfahren Sie hier, wie die Web Applikation mit Hilfe von Design Thinking und weiteren Lean Innovation Methoden umgesetzt wurde.

Coffee Manager als Progressive Web App
Schritt 1

Verstehen und beobachten

Ausgangslage: Gratis Kaffee ist in vielen Betrieben noch nicht selbstverständlich. Aus diesem Grund organisieren sich Abteilungen selbst und stellen eigene Kapselmaschinen oder Vollautomaten auf. Für jeden Kaffee wird ein Strich auf einer Strichliste gemacht. Die “Teamkasse” wird von einer Person verwaltet und regelmässig Geld von den Teammitgliedern eingesammelt.

Interviews mit dem Verwalter und weiteren Teammitgliedern zeigten, dass entlang der User Journey viele Painpoints zum Tragen kommen. Beispiel: Der Verwalter muss ständig dem Geld hinterherlaufen, während die Teammitglieder ihren “Kontostand” in der Teamkasse nicht kennen.

Die verschiedenen User Journeys wurden evaluiert und visualisiert. Die Painpoints wurden mit den Journeys gemapped und bewertet. Weiter geht es mit Schritt 2.

Schritt 2

Ideation, Prototyping, MVP

Drei Ideen wurden generiert, um die User Painpoints zu beseitigen. Diese Ideen wurden gemeinsam mit den Usern iterativ verbessert und geschärft. Zur besseren Veranschaulichung der Ideen habe ich Click Dummies erstellt und konnte so bereits erste UI und UX Tests durchführen.

Somit stand das grundlegende Fundament für die Software Entwicklung (Funktionsweise siehe Video unten). Ein erfahrener Software Entwickler und ich haben innerhalb einer Woche einen funktionsfähigen MVP (Minimum Viable Product) auf der grünen Wiese entwickelt. Diesen haben wir am Ende der Woche live geschaltet und abgewartet was passiert.

Überraschung: Obwohl noch viele Features fehlten, haben die User sich schnell an den “Coffee Manager” gewöhnt und kamen bereits am zweiten Tag proaktiv mit Verbesserungsvorschlägen auf uns zu.

Schritt 3

Version 1.0 + Support

Der Coffee Manager unterteilt sich in die Tablet App (sobald sich ein User einen Kaffee zieht, bestätigt er dies auf dem Tablet vor der Kaffeemaschine), das User Cockpit (hier lädt der User sein Guthaben mittels Kreditkarte oder Twint auf seinem Handy auf) und in den Shop (der Teamverwalter kann mittels des virtuellen Teamguthabens im Shop neuen Kaffee + weiteres Zubehör bestellen). Somit gibt es drei Web Applikationen, um den Usern ein nahtloses end-to-end Erlebnis zu bieten.

Damit aus dem MVP eine Lösung entsteht, die neben “Early Adopters” auch weitere Kunden überzeugt, wurden weitere Features implementiert und die Solution Architektur stabilisiert. Weiterhin wurde ein Supportkonzept entwickelt, um einen reibungslosen Betrieb zu gewährleisten. Nun war die Version 1.0 bereit für die breite Masse.

Der Coffee Manager wird stetig weiterentwickelt. Durch die Ablösung der Strichliste hat sich ein neues Geschäftsmodell ergeben. Der Betreiber des “Coffee Manager” bietet die Applikation gratis für die User an. Der Kaffee muss aber im Shop des Betreibers gekauft werden. Somit konnte ein erfolgreiches “Login Geschäftsmodell” realisiert werden – komplett digital.